4 Nürnberger Uferbeschlächt

Das Ufer künstlich angelegter Grabenverläufe oder Teichanlagen wird in der Regel sehr steil angelegt. Deshalb ist ein Schutz des Uferverlauf notwendig. In Nürnberg wurde bereits im ausgehenden Mittelalter der Uferverbau mit Holzplanken entwickelt. Dieses „Nürnberger Uferbeschlächt“ verhinderte ein Abbröckeln des sandigen Ufers.

Die technische Einfachheit und Beständigkeit der Baumaßnahme besticht sicherlich. Die ökologischen Nachteile wiegen jedoch mindestens genauso schwer: Das Ufer ist normalerweise ein Übergangsbereich zwischen Wasser und Land. Amphibien sind auf flache Ufer angewiesen, um das Wasser wieder verlassen zu können. Der flache Uferbereich mit wechselnden Wasserständen stellt an einem natürlichen Gewässer eine artenreiche Verlandungszone dar. Im Klein- und Großröhricht finden Wasservögel Brutmöglichkeiten und Libellen Jagdreviere  wie auch Möglichkeiten der Eiablage.

Deshalb wurde begonnen, an geeigneten Stellen das Uferbeschlächt abzusenken und einige Meter in den Teich hineinzuverlagern. Dadurch wird weiterhin die Kraft des anströmenden Wassers gebrochen und das Ufer geschützt, aber es entsteht zusätzlich eine flache Ruhewasserzone zwischen Holzverbau und Ufer. Dort kann sich eine naturnahe Röhrichtvegetation mit all den dazugehörigen Tierarten entwickeln.